Bad Segeberg, 23.07.2025. Am Mittwoch wurde die Freiwillige Feuerwehr Bad Segeberg gegen 17:45 Uhr mit dem Alarmstichwort „FEU“ (FEUER) zu einem Alten -und Pflegeheim im Stadtgebiet alarmiert. Durch die Kooperative Regionalleitstelle West, wurde dichter Rauch, der aus mehreren Fenstern im ersten Obergeschoss dringen sollte gemeldet.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bestätigte sich die Lage. Aus einem Fenster drang starker Qualm, die Sicht war stark eingeschränkt. Ein aufgeregter Mitarbeiter berichtete von einem Feuer in der Teeküche und mehreren Personen, die sich noch im Obergeschoss befinden sollten – zwischen fünf und sieben Menschen, genau ließ sich das in der Aufregung nicht sagen.
Der Einsatzleiter Christian Götze (stellv. Gemeindewehrführer) reagierte sofort, erhöhte auf das Einsatzstichwort „FEU 4 Y“ (Feuer, vier Löschzüge – mit Menschenleben in Gefahr) und forderte umgehend die Feuerwehren aus Freiwillige Feuerwehr Fahrenkrug, Stipsdorf und Freiwillige Feuerwehr Klein Gladebrügge zur Unterstützung nach.
Umgehend wurde eine Menschenrettung und Brandbekämpfung eingeleitet. Trupps unter schwerem Atemschutz verschafften sich Zugang über das Treppenhaus, die Drehleiter sowie tragbaren Leitern. Im Gebäude herrschte vollständige Nullsicht, was die Orientierung und Personenrettung erheblich erschwerte.
Da sich der Rauch schnell ausbreitete, wurde das Brandobjekt in Einsatzabschnitte unterteilt, um gezielt vorgehen zu können. Ein zweiter Brandherd entstand vermutlich durch eine umgestoßene Kerze, die von einem Bewohner im Stress verursacht wurde.
Im Verlauf des Einsatzes kam es zur Mayday-Meldung eines eingesetzten Trupps – ein Notfall unter Atemschutz. Der bereitstehende Sicherheitstrupp reagierte geübt und konnte den verunfallten Trupp zügig retten und ins Freie tranportieren.
Insgesamt wurden 13 Personen gerettet, einige von ihnen über die Drehleiter oder über die Treppenhäuser mit Unterstützung der Atemschutzkräfte aus dem verqualmten Gebäude verbracht. Einige Betroffene waren nicht gehfähig und mussten besonders schonend betreut werden.
Was viele Beteiligte nicht wussten: Es handelte sich um eine unangekündigte Alarmübung.
Ziel war es, unter möglichst realistischen Bedingungen das Zusammenspiel mehrerer Feuerwehren, die Führungsarbeit unter Stress sowie den Ablauf eines komplexen Einsatzszenarios mit Menschenrettung, Brandabschnitten und Atemschutznotfall zu trainieren.
Im Anschluss gab es eine Nachbesprechung mit offenem Feedback – sowohl Lob als auch konstruktive Kritik waren ausdrücklich gewünscht. Bei einem gemeinsamen Essen konnten die Eindrücke verarbeitet und erste Lehren gezogen werden.
Die Verantwortlichen zeigten sich zufrieden: „Solche Übungen zeigen uns, wo wir stehen – und wo wir uns verbessern können. Am Ende profitieren wir alle davon.“
Ein großer Dank gilt allen Kameradinnen und Kameraden, die mit hoher Motivation und Ernsthaftigkeit teilgenommen haben. Ebenso danken wir den unterstützenden Wehren für die tolle Zusammenarbeit – sowie den Anwohnern für ihr Verständnis angesichts des erhöhten Lärmpegels.
Ein weiterer Dank geht an das THW OV Bad Segeberg für die “Lagendarsteller” und an den Kirchenkreis Segeberg-Plön für die Möglichkeit dieses Gebäude nutzen zu dürfen.
Diese Übung war ein wichtiger Schritt, um für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.
Bericht und Fotos: Freiwillige Feuerwehr Bad Segeberg









