THW Bad Segeberg

Mit Freu(n)de(n) helfen!

Ausbildung im THW

Erstellt von Sebastian Haasch | schon 7483 mal aufgerufen

Die Ausbildung

der ehrenamtlichen THW-Helferinnen und Helfer orientiert sich an einsatztaktischen Forderungen für die Einheiten und Teileinheiten. Das THW hat eine Gliederung in Führer, Unterführer, Helfer in Sonderfunktionen, Fachhelfer und einen Ortsverbands-Stab (OV-Stab). Die Helferinnen und Helfer der Fachgruppe Elektroversorgung sollen beispielsweise aus elektrotechnischen Berufen stammen, wenn sie nicht in einer Funktion Dienst tun (z. B. Kraftfahrer), für die andere Qualifikationen wichtiger sind.

Inhalt, Intensität und Systematik der Ausbildung sind der THW-Struktur angepasst. THW-Ausbildung findet in den Einheiten selbst, auf regionaler Ebene, an THW-Schulen oder bei externen Ausbildungsträgern statt. Die Ortsverbands-Ausbildungsbeauftragten organisieren die Grundausbildung im Ortsverband.

Die Grundausbildung

Alle THW-Helferinnen und Helfer erhalten eine identische Grundausbildung. Das Ziel ist eine einheitliche Befähigung im Umgang mit THW-üblichen Werkzeugen und Geräten.

Die Grundausbildung erfolgt am Standort in Zusammenarbeit mit den Ortsverbänden Kaltenkirchen, Norderstedt, Wahlstedt und Neumünster durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Sie umfasst ca. 100 Stunden und schliesst mit einer theoretischen und praktischen Prüfung ab. Die Grundausbildung beginnt bei uns jeweils im April und im Oktober, Ausbildungstermin ist meist der 1. Samstag im Monat. Nach sechs Monaten besteht dann die Möglichkeit die Prüfung zu absolvieren.

Vor Antritt der Prüfung ist die Teilnahme an einem Erste-Hilfe Kurs von 8 Doppelstunden nachzuweisen.

Erst nach erfolgreichem Abschluss der Grundausbildung stehen diese Helferinnen und Helfer für den Einsatz zur Verfügung.

Die Fachausbildung

Alle Helferinnen und Helfer der Fachgruppen des Technischen Zuges erhalten von ihren Unterführern eine fachgruppenspezifische Ausbildung, die sie befähigt, mit Geräten und Arbeitsmethoden ihrer Einheit den Einsatzauftrag zu erfüllen.

Die Fachausbildung umfasst ca. 120 Stunden im Jahr und findet meist am 2. Samstag im Monat von 08:00 – 18:00 Uhr statt.

Bereichsausbildung

In jeder Fachgruppe gibt es Helferinnen und Helfer mit Sonderfunktionen, die nicht mit den Kenntnissen aus der Grund- und Fachausbildung beherrschbar sind. Für folgende Funktionen bilden ehrenamtliche Bereichsausbilder die Helferinnen und Helfer im Geschäftsführerbereich aus:

  • Kraftfahrer
  • Sprechfunker
  • Atemschutzgeräteträger
  • Sanitätshelfer
  • Köche

Die Grund-, Fach- und Bereichsausbildungen finden am Standort, vielfach im Ortsverband statt.

Ausbildung an THW-Schulen

Neben der Standortausbildung unterhält das THW eigene Ausbildungsstätten (in Hoya bei Bremen und Neuhausen bei Stuttgart). Schulische Ausbildung ist immer dann von Vorteil, wenn…

  • Spezialwissen und didaktische Fähigkeiten des Lehrers
  • eine Vielzahl teurer Ausbildungsgeräte
  • ein besonders hergerichtetes Übungsgelände
  • Vermittlung bundeseinheitlicher Vorgaben oder
  • Einhaltung gesetzlicher Vorgaben…

für die Ausbildung erforderlich sind.

Besonders die Ausbildung von Führungskräften im Fachkunde- und Führungsbereich ist davon betroffen. Dazu zählen auch die Funktionsträger des OV-Stabs. Darüber hinaus muss ein Teil der Helferinnen und Helfer für Sonderfunktionen (z.B. Bergungsräumgerätefahrer, Bootsführer, Maschinisten, Sprenghelfer, Technische Ortung) im oben genannten Sinne schulisch ausgebildet werden.

Die Auslandseinsätze des THW erfordern aufgrund ihrer Grösse und der komplexen Einbindung in internationale Hilfsaktionen eine fundierte Ausbildung zum Beispiel für

  • fremde Kulturen
  • Projektmanagement und angepasste Technologie
  • Logistik
  • Gesundheitswesen/Hygiene
  • psychologische Vor- und Nachbereitung

Führungskräfte

Alle Führungskräfte im THW erhalten eine fachspezifische Führungsausbildung. Die zweiwöchige Ausbildung für Unterführer vermittelt allen künftigen Führern und Unterführern grundsätzlich Handlungskompetenz für ihre Funktion im THW. Truppführern genügt dieser Lehrgang im wesentlichen für die Alltagstätigkeit. Lehrgangsinhalt sind u.a. Aufbau und Struktur des THW, Gliederung und Aufgaben der Teileinheiten, Einsatzdurchführung und -überwachung, fachliche Grundkenntnisse (Führung, Arbeitssicherheit, Hygiene, Unfallverhütung, Grundlagen der Ausbildungslehre und der Menschenführung).

Besonders qualifizierte Führungskräfte können nach der Basisausbildung direkt zum Zugführer ausgebildet werden.

Der Gruppenführer stellt den fachlichen Experten und Kristallisationspunkt allen fachlichen Wissens seiner Fachgruppe dar. Er ist der fachtechnische Führer und Ausbilder seiner Gruppe.

Die Einsatzstruktur des Technischen Zuges erfordert eine moderne Zugführerausbildung, Lehrgangsinhalte sind unter anderem: Aufgabe und Funktion des Zugführers, Führungs- und Einsatzgrundsätze des THW. Der angehende Zugführer soll befähigt werden, den Einsatz des Technischen Zuges im Auftrag übergeordneter Stellen zu leiten und dabei die vielfältigen Aufgaben der Fachgruppen zu koordinieren. Er leitet den Einsatz im Sinne des Projektmanagements. Er koordiniert und überwacht Ausbildung und Übungen innerhalb des Zuges.

Fortbildung

Zusätzlich zu den genannten Ausbildungsgängen gibt es Fortbildungsmöglichkeiten, die auf besondere Neigungen und Eignungen eingehen. Vermittlungen von Erkenntnissen aus dem praktischen Einsatzgeschehen, technische Neuerungen und Verbesserungen der Ausstattung werden hier ebenso angeboten wie Optimierung und zeitgemässe Anpassung der Zugführer- und Gruppenführertätigkeit, Methodik und Didaktik der Ausbildung, Menschenführung und Taktik. Es wird viel Wert auf die Fortbildung gelegt, um auch die Erfahrungen aus In- und Auslandseinsätzen weitergeben zu können.